Lachesis

Lachesis muta (lach.)

syn. Lachesis, Bushmaster Snake, Buschmeisterschlange
verwendeter Teil: Gift der Buschmeisterschlange
Naturreich: Tierreich
Stamm: Chordata-Vertebrata (Wirbeltiere)
Klasse: Reptilia (Kriechtiere)
Ordnung: Serpentes (Schlangen)
Gattung:
Familie: Crotalidae (Grubenottern)
Gruppe (Scholten):
Serie (Scholten): –
Periode (Scholten):
Polychrest:
Miasma:Syko-Syphilis


THEMEN

  • Spannung, die ein Ventil braucht
  • oft sexuelle Spannung; Neid, Rivalität, Eifersucht auf erotischer Ebene
  • Druck ablassen:
    • Zur Befreiung werden einengende Dinge wie Krawatten, Rollkragen, Gürtel, Uhr, Ringe abgelegt
    • gestaute Sekrete abgesondert. ‹Lachesis› fühlt sich besser durch jede Absonderung (Blut, Eiter, Schweiss, Menses, Samen, Muttermilch)
    • auch «Ausscheidungen» verbaler Art bessern (Zornesausbruch, Redeflut).

Charakteristika

  • zersetzt das Blut
  • redselig, wenn unter Spannung, dann immer schneller werdender Redefluß und schließlich Springen in den Themen
  • liebt Wortspiele, redet mit „spitzer Zunge“
  • krankhafte Eifersucht, (auf Geschwister, Partner), möchte sein „Lustobjekt“ auf keinen Fall verlieren
  • feindselig, zwanghaft mißtrauisch v.a. Familienangehörigen, Freunden u. Bekannten gegenüber (bis zum Verfolgungswahn – Psychose – Depression – Suizid)
  • dauerhaft in Dreiecksbeziehungen verfangen
  • Frau verliebt sich in Männer, die nicht wirklich zu haben sind (kein Mann kann dem idealisierten Vater das Wasser reichen)
  • weigert sich, Hilfe anzunehmen (will sich nicht in die Karten schauen lassen)
  • fühlt sich isoliert und ungeliebt (→ Apathie, Verzweiflung)
  • erlebt viel Kummer durch enttäuschte Liebe
  • empfindlichen Hals: Jede Einengung durch Kleidung, Halsketten, Krawatte oder sogar durch die Berührung der Bettdecke ist unerträglich.
  • Überempfindlich gegen Einengung und Berührung (z.B. enge Kleider, Ringe, Uhren, Krawatte stören),Erstickungsgefühl am Hals*. Halsschmerzen links beginnend, besonders stark beim Schlucken (bis zu den Ohren ausstrahlend)
  • bei Geburt Nabelschnur um den Hals gehabt!
  • unaufdringliche Weisheit, Gefühl für das Feinstoffliche
  • Hang zu Stimulantien
  • Unfähigkeit, Einschränkungen zu ertragen (weder durch Kleidung noch durch Mitmenschen) o. herumkommandieren
  • Aversion gegen Berührungen
  • Argwohn bis Paranoia

Physiognomie

  • schlank, hager
  • kantiges Gesicht (scharfe, falkenartige Gesichtszüge)
  • relativ großer Mund; dünne Lippen
  • rote, rotbraune o. schwarze Haare
  • blasse Haut, Sommersprossen, Leberflecken
  • lange, dünne Finger
  • herabhängende obere Augenlider

typische Berufe

  • Heiler, Therapeuten; Politiker, Anwälte

CAUSA

  • überängstliche, erdrückend hyperprotektive Mutter, die es jedoch an echter Zuwendung mangeln ließ
  • ungestilltes Bedürfnis nach Zuwendung in Form von Bewunderung und Anerkennung
  • Sohn einer übermächtigen Mutter, die ihren Jungen eifersüchtig bewachte und ihm buchstäblich keine Luft zum Atmen ließ
  • der gegengeschlechtliche Elternteil vermittelt dem Kind, der bessere Partner zu sein und hat es zu sehr an sich gebunden

SYMPTOME

  • Beschwerden vorwiegend linksseitig (verlagern sich dann evtl. auf die rechte Seite)
  • Periodische Wiederkehr von Beschwerden (meist alle 14 Tage)
  • Halsschmerzen
  • quälendes Angstgefühl
  • trotz Schläfrigkeit besonders redselig
  • Zunge zittert beim Herausstrecken
  • Nasenbluten statt Regelblutung

Geist und Gemüt 

  • Manie in Folge von Überstudieren

Furcht

  • übertrieben große Angst vor Schlangen
  • Angst, das Herz bleibe stehen
  • Angst zu ersticken

Schlaf

  • Schwierigkeiten beim Einschlafen wegen Empfindlichkeit und Druck im Halsbereich
  • Erwacht mit Erstickungsgefühl, will nicht mehr liegen

Schmerzen

  • Halsschmerzen, die «über Nacht» kommen, auf der linken Seite beginnen und dann nach rechts wandern.
    Die Schmerzen verschlimmern sich durch warme Getränke und Leerschlucken.
    Feste Speisen und kalte Getränke lindern die Beschwerden.
    (Wenn die Schmerzen hartnäckig auf der linken Seite bleiben und zudem die Halsdrüsen geschwollen sind, sollte man an Mercurius bijodatus denken.)
  • Kopfweh nach zu langem Schlafen

Herz

  • Husten bei Herzerkrankungen
  • Herzklopfen mit Schwäche im Klimakterium
  • Herzklopfen beim Erwachen. Herzklemmen

Haut

  • Abszessen und Geschwüren, die auf der linken Körperseite (Beingeschwüre, Gangrän) auftreten, eine bläuliche Verfärbung aufweisen und sehr berührungsempfindlich sind (ertragen keinen Verband)
  • Geschwüre (offene Beine, Wundliegen) mit blaurotem Rand, stinkend, sehr empfindlich auf leichte Berührung.
  • Bei Gefahr von Blutvergiftung oder zur unterstützenden Behandlung von Tierbissen (vgl. Ledum) kann Lachesis ebenfalls sehr wertvolle Dienste leisten.
  • Bläuliche Farbe der erkrankten Haut oder Schleimhaut.
  • Haut schuppt sich ähnlich wie bei einer Schlange.
  • Blasenbildung

Bewegungsapparat

  • Schmerzen im Schienbein (nach Halsweh)

Verdauung

Gyn

  • Eierstockzysten (links)
  • Beschwerden nach Gebärmutterentfernung, besonders wenn die Operation während oder nach dem Klimakterium ausgeführt wird.
  • Wenn Beschwerden während der Wechseljahre auftreten oder seit Beginn dieser Umstellung vorhanden sind, ist oft Lachesis angezeigt. Das können wir gut verstehen, denn durch die ausbleibende Menstruation ist ein wichtiges Ventil zum «Dampfablassen» verschwunden.
  • Auch wenn der Hormonhaushalt durch den Einsatz der Antibabypille durcheinander geraten ist und sich beispielsweise eine starke Akne gebildet hat, kann Lachesis helfen (natürlich ist es in diesem Fall auch sinnvoll, die Pille abzusetzen)
  • Arbeitswut vor der Menstruation
  • Geschwätzigkeit / Kopfschmerz links, im Klimakterium
  • besonders viele Symptome im Klimakterium (Angst vor Verlust der erotischen Anziehungskraft)

Sexualität

  • starker Geschlechtstrieb bis Sexbesessenheit 
  • nächtliche Erektionen
  • laszive Gedanken
  • lebt Promiskuität extrem stark und probiert ähnlich Medorrhinum gerne alles aus, was auf diesem Gebiet Spaß machen könnte

Sonstiges

Abscheu gegen

Verlangen nach

  • Austern, Alkohol, Weinbrand, Whisky
  • tief zu atmen
  • Nach dem Essen besteht ein großes Verlangen nach starkem Kaffee.

Farbvorliebe


MODALITÄTEN

< schlechter…

Jede Veränderung im Rhythmus des Kreislaufsystems kann für ‹Lachesis-Menschen› eine Verschlimmerung ihres Zustandes bewirken. Zum Beispiel:

  • schlimmer beim Einschlafen, beim Erwachen
  • im Frühling und im Herbst (Temperaturveränderung)
  • während der Wechseljahre
  • nach einem heissen Bad
  • nach Alkohol usw. 
  • durch Hitze oder Wärmeanwendungen oder bei Föhn
  • beim Leerschlucken und beim Trinken von warmen Getränken (Schluckbeschwerden)
  • durch Berührung, Kleiderdruck
  • Wärme jeder Art
  • Liegen auf der linken Seite
  • Alkohol
  • Handarbeit

> besser…

  • frische Luft
  • Bewegung
  • Absonderungen bessern (Schweiss, Menses, Auswurf)

Indikationen

  • Hirnhautentzündung
  • Sonnenstich
  • Schilddrüsenstörungen*
  • Gewebezersetzende Prozesse wie: Anginen*, Karbunkel, Geschwüre*, Wundliegen (Dekubitus), Bisswunden*, Bauchfellentzündungen*
  • Blutungsneigung
  • Venenentzündungen*, Neigung zu Thrombosen*
  • Stauungen; Varizen; Hämorrhoiden
  • Wechseljahrbeschwerden (Hitzewallungen)
  • Ausbleibende Regelblutung nach Einnahme der Verhütungspille
  • Akne durch Pilleneinnahme
  • Kopfschmerz (v.a. morgens, nach langem Schlafen; schlimmer durch Sonnen, Alkohol)
  • krankhafte Eifersucht
  • zwanghaftes Mißtrauen gegengüber Familie, Freunde, Bekannte bis zum Verfolgungswahn
  • Kummer durch enttäuschte Liebe

Notizen

‹Lachesis-Menschen› sind geschwätzig und beherrschen die Sprache meistens hervorragend. Sie halten fesselnde Reden, sprechen in vielen Variationen, lieben Wortspiele und verfügen über einen grossen Wortschatz. Ihre Vorträge können «giftig», humorvoll oder auch sehr tiefgründig, fanatisch religiös sein. Gesprächspartner sind sie allerdings schlechte, da sie überhaupt nicht zuhören können, anderen ständig ins Wort fallen, Fragen beantworten, bevor diese richtig formuliert sind, und letztlich allen ihre Meinung aufdrängen wollen. Ihrem Sprachtalent entsprechend, sind sie begabte Rethoriker, Prediger, Missionare oder beliebte Schauspieler und Kabarettisten. Wenn jemand beim Sprechen «züngelt», das heisst, mit der Zunge oft über die Lippen fährt, ist das übrigens ein interessanter Hinweis auf Lachesis.

Mit dem Bild der züngelnden Schlange vor Augen können wir uns das Arzneimittelbild besser einprägen: ‹Lachesis-Menschen› können mit «gespaltener Zunge» sprechen, das heisst, sie nehmen es oft mit der Wahrheit nicht so genau (so kursieren viele wilde, offenbar unwahre Geschichten über Herings Umgang mit Schlangen).

‹Lachesis-Menschen› unterdrücken oft ihre Sexualität und leben ein «wohlanständiges» Leben. Dieses Verdrängen führt offenbar zu einer übermässigen Empfindlichkeit des Blutkreislaufes. Es entsteht eine Art Stauung mit Hitzewallungen. 

Der Lachesis-Mann redet viel, hastig, scharfzüngig und schnell. Er kann schlecht zuhören, wenn andere reden und reißt immer wieder das Wort an sich, will um jeden Preis auffallen. Es kann sich um Kabarettisten, Lehrer, Schauspieler, Werbefachleute, Missionare oder Prediger handeln. Ein religiöser Fanatismus ist bisweilen ein Hinweis für die Wahl des Mittels, wenngleich es nicht der einzige sein darf, da es noch andere Medizinen mit diesem Charakterzug gibt. Lachesis macht sich gerne zum verbalen “Maschinengewehr Gottes”, und beweist dabei große rhetorische Kraft. Allerdings überschlägt er sich auch beim Reden und ergeht sich in Übertreibungen. Es will fast scheinen, als sei die Sehnsucht nach Erlösung so groß, weil er ähnlich einer Schlange, tief gestürzt ist. Seine Rede kann giftig, ätzend, ironisch sein. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes sarkastisch, schneidet “ins Fleisch”, geht “unter die Haut”.
Die gleiche Hast wie beim Reden, legt Lachesis auch beim Essen an den Tag. Er schlingt und würgt sein Essen hinunter. Hierbei kann man ebenfalls an eine Schlange denken, die ihre Beute hinunterschlingt und deren Appetit in regelmäßigen Abständen kommt und geht.

Lachesis ist oft unglücklich verliebt, verkriecht sich, wenn es ihm schlecht geht und versinkt dann in einen reptilartigen Schlaf. Man könnte glauben, daß die Verausgabung von Lebensenergie durch gesteigerte verbale Kommunikation des Tags über, dazu führt, daß ihm nachts sozusagen die Luft ausgeht, denn anderntags fühlt er sich zerschlagen. Die nach einem Schlangenbiß mit hämolytischer Wirkung einsetzende Sauerstoffverminderung im Blut, führt dazu, daß Lachesis – Mann oder Frau – sich wie es immer so schön heißt “in die Verschlimmerung hineinschläft”. Bereits beim Einschlafen schreckt er oder sie – ähnlich Opium – bisweilen nach Luft ringend, wieder hoch. Vieles was er tagsüber “schlecht schlucken” konnte, sitzt ihm als Kloß im Hals und kommt unverdaut nach oben.
So kann es auch sein, daß Lachesis schlaflos ist. Man bedenke: Die Grubenotter ist ein nächtlicher Jäger. Das wiederum paßt zu jenen Weiberhelden, die auf den nächtlichen “Aufriß” gehen und sich dabei in Bars und Kneipen herumtreiben um sich “einen zu genehmigen”.

Lachesis ist eitel und kleidet sich gerne in enganliegendes Leder, Stoffe mit Schlangenmustern oder määnderartigen Aufdrucken. Frauen zeigen auch einen Hang zu getigerten Stoffen oder Pelzimitationen. Um den Hals herum wird allerdings nichts Einengendes vertragen. Gerne jedoch legt die Lachesis-Frau Schlangenringe oder auffallenden Schmuck an, der ihrer Eitelkeit und Putzsucht schmeichelt. Beide Geschlechter bewegen sich geschmeidig. Mitunter fallen Frauen durch eine provozierend laszive Gangart auf, sozusagen die wandelnde Versuchung. Wer beobachtend darüber steht, ist gefeit oder weiß zumindest, auf welche Umschlingung er sich einläßt.

Aus dem BACH-Blüten-System sind die Seelenqualitäten von Holly – der Stechpalme, der Grubenotter am ähnlichsten. Die Homöopathie kennt sie unter ihrer lateinischen Bezeichnung Ilex aquifolium. Holly wird jedoch wie alle BACH-Blüten aus der Blüte gewonnen.
Sowohl die Grubenotter wie die Stechpalme, öffnen das Herz für die höheren Schwingungen der Liebe. Auch Holly hat diesen stacheligen Charakter wie er einem hochmütigen, stolzen, eifersüchtigen und neidischen Menschen zueigen ist und gleicht in vielen Punkten Lachesis.