Chocolate (choc.)

syn. –

verwendeter Teil: –

Naturreich: –

Familie: –

Gruppe: Stimulanzien

Polychrest:

Miasma: Akut, Sykose


Themen

  • Isolation, Kontaktlosigkeit
  • Mangel an Wärme und Zuneigung
  • Entfremdung: von der Familie, von den Kindern, von der Gesellschaft

Polarität

  • Sehnsucht nach Beziehung -|- verloren zuhause
  • Spaltung zwischen animalischen Instinkten und überzivilisiertem Verhalten

Empfindung

  • Gefühl, nicht recht zu wissen, wo man hingehört, was man tun soll

Wahnidee

  • Bekanntes kommt ihm öfter fremd vor
  • fühlt sich zuhause fremd
  • Gefühl, unfruchtbar zu sein
  • Nase erscheint zu lang, zu groß

Charakteristika

  • körperlich und emotional abwechselnde Zustände (z.B. aufmerksam und erregt – dann wieder abwesend und müde)
  • bekommt seine Dinge nicht erledigt – entweder, weil er sich nicht aufraffen kann oder weil er alles anfängt und nicht zu Ende bekommt oder sich verzettelt…
  • süchtig nach verliebt sein / unbefriedigte Sehnsucht
  • kann sehr liebevoll sein, kann die Nähe aber dann nicht aushalten und flieht vor einer tieferen Beziehung
  • wendet sich ab, wenn es zu nah wird (bei Säuglingen Blickabwendung; später kein ausgeprägtes Fremdeln)
  • viele, aber eher oberflächliche Freundschaften
  • Abneigung gegen die Familie; Abneigung gegen die eigenen Kinder
  • übertriebe Bindung zu Tieren als Kompensation
  • emotional verletzlich
  • Angst vor Verletzung
  • braucht eigenen Raum
  • Wird die innere Erregung zu groß, die Energiespeicher zu leer, dann zieht er sich zurück, schottet sich ab und fühlt eine innere Leere
  • körperliches und emotionales Alternieren
    • übertrieben liebevoll in der Beziehung und zieht sich gleichzeitig von der Familie zurück
    • ist sehr erregbar und dann wieder sehr müde
    • Wechsel von Durchfall und Verstopfung
    • mal starke, mal schwache Regelblutung
    • mal aktiv konzentriert, dann wieder Leere im Kopf
    • hohe Fieberhitze im Wechsel mit Schüttelfrost
  • verzweifelt, isoliert, bitter
  • Konfusion
  • Leere wegen enttäuschter Liebe
  • Schuldgefühle wegen Sexverhalten
  • Kälte an Rücken und Extremitäten
  • Verlangen nach Zudecken
  • gedankenloses Starren
  • will die Augen schließen

Äußerer Aspekt

  • weit offene Augen
  • rotes / gerötetes Gesicht (durch Erregung)

typische Berufe


Causa

  • frühe Trennung von der Mutter / vom Kind
  • frühes abgestillt Werden / Abstillen
  • IVF (Überstimulation)

Puncta debilitatis / Organbezug


Symptome

  • äußerlich ruhig, aber hohe innerliche Spannung
  • sich langsam aufbauende Spannung bei ständiger Erregungssuche (auch Symptome (z.B. Kopfschmerzen) bauen sich langsam auf bis zur stärksten Ausprägung
  • diverse Missempfindungen am Körper
  • inneres Zittern o. andere Symptome der Erregung bei Überstimulation
  • perfektionistisch und genau, um das innere Chaos bei Erregung zu begrenzen
  • Versuch, die stark bewegte innere Energie zu halten führt zu Schwellungen der Schleimhäute (verstopfte Nase), geblähtem Bauch, Druck im Brustkorb, Drüsenschwellungen
  • bei mangelnder Erholung kommt es zur Ungeschicklichkeit (Stolpern, Gegenstände fallen lassen)
  • als Reaktion/Kompensationsversuch: sich in abhängige Beziehungen begeben oder sich immer wieder verlieben
  • Beziehungen fallen lassen
  • Suchtverhalten

Geist und Gemüt 

  • erst: überstimuliert, überaktiv, Gedankenflut
  • Erhöhte Leistungsfähigkeit und Durchhaltevermögen
  • wiederkehrende Gedanken bis hin zu Zwängen
  • achtet sehr auf Kleinigkeiten und macht sich dadurch das Leben unnötig schwer
  • reizbar, bissig, nimmt Dinge leicht übel, cholerisch (auch als PMS)
  • hemmungsloses Ausleben sexueller Impulse
  • geschwätzig; häufige Themenwechsel
  • alles zu schnell
  • inneres Zittern

  • später: Gefühl von Schwäche
  • benebelt; kein sehr klares Denken oder geistig klar, aber auf praktischer Ebene verwirrt
  • geistesabwesend; schusselig
  • schwierige Konzentration beim Lesen, Studium etc.
  • Fehler beim Schreiben; Auslassen von Buchstaben
  • Wortfindungsprobleme

Furcht

  • Angst, alleine auf der Welt zu sein und alleine für sich sorgen zu müssen
  • versteckt sich aus Angst, andere könnten mitbekommen, wenn er durchdreht
  • Angst, von der Mutter getrennt zu werden

Sensorium

  • hochempfindlich für äußere Eindrücke (Gerüche, Farben, Musik)
  • verfeinerte Geruchsempfindung
  • Empfindung der Spaltung des Körpers in links und rechts
  • unscharfes Sehen

Sprache / Stimme

  • Stimme monoton, brüchig, höher oder tiefer
  • Stimme bleibt oft weg, versagt
  • die veränderte oder wegbleibende Stimme als Zeichen der Kontaktstörung

Schlaf

  • schlaflos vor Mitternacht
  • Erwachen durch Husten
  • Übelkeit, Erbrechen, Husten um Mitternacht

Schmerzen

  • Kopfschmerzen bauen sich langsam auf und werden schließlich berstend
  • frontaler Kopfschmerz
  • wandernde Schmerzen
  • stechende Schmerzen im Thoraxbereich

Kopf

  • heißer Juckreiz auf dem Kopf
  • Gesicht gerötet

Augen

  • lichtempfindlich
  • großes Gesichtsfeld
  • weitsichtig

Nase

  • viele Nasensymptome
  • Rhinorrhö
  • kalte Nase
  • Niesen

Ohren

Mund / Zähne

  • trockene Lippen

Rachen / Hals

  • Halsschmerzen
  • fühlt sich wund / entzündet an

Lunge / Atmung

  • nächtlicher Husten

Herz

  • Herzklopfen (Palpitationen) in Ruhe

Haut

  • trockene, teils juckende Haut
  • aufgesprungene Hände
  • Berührung wird als angenehm empfunden (so wie es die kleine Chocolate-Patientin liebt, wenn ihre Mama ihr leicht über die betroffene Haut streicht)

Bewegungsapparat

Appetit / Bauch / Magen

  • Appetitmangel
  • aufsteigendes Sodbrennen
  • Ruhelosigkeit im Bauch
  • Blähungen (< abends)

Darm / Stuhl / Verdauung

  • Kolitis
  • weiche bis spritzende Stühle

Harn / Niere

  • Harnwegsreizung

Gyn

Andro

Sonstiges

Abscheu gegen

  • Farben: Blau, Kastanienbraun, Grün

Verlangen nach

  • Eis und Erfrischendem, Obst, Insekten, Gewürztem, roten Speisen;
  • Gier auf Schokolade; Süßhunger
  • Verlangen, sich (vor der Welt / vor anderen) zu verstecken
  • Verlangen, anderen zu sagen, was er wirklich über sie denkt

Modalitäten

< schlechter…

  • nasses Wetter
  • bei freudiger Erregung
  • bei Aufregung
  • durch Tee

> besser

  • trockenes Wetter
  • beim Verkriechen ins Bett oder aufs Sofa; beim kuscheln sich mit ihrer Süßig-keit in einer Decke
  • warmes Einhüllen und Bettwärme verbessert

Indikationen

  • Kopfschmerzen
  • Rhinitis verstopft oder mit gelber Absonderung, im Freien amel.
  • Hautausschläge:
    • Herpes um die Lippen und an den Mundwinkeln
    • um Mund und Nase
    • trocken
    • an den Extremitäten mit Jucken, muss kratzen bis es blutet
  • Schmerzen am Gaumen
  • Halsschmerzen: wund und roh mit Hochräuspern und ständiger Neigung Schleim zu schlucken
  • Vorübergehende Aphonie, Stimme verändert: gebrochen, höher, tiefer, monoton
  • Husten: abends und nachts; erwacht gegen 4 Uhr durch Husten; Zusammenkrümmen und nach vorne Beugen amel.
  • Übelkeit, Sodbrennen, Auftreibung mit Besserung durch Reiben
  • Obstipation, Untätigkeit des Rektums mit Schmerzen
  • Schmerzen in der Mamma pulssynchron, Völlegefühl in den Mammae
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Rückenschmerzen, als sei die Wirbelsäule nach innen gekrümmt
  • Exostose der Handgelenke
  • Insomnie (Schlafstörungen)

Notizen

  • Schokolade-Patienten können kontakt- und gesellschaftsunfähig sein, keine Muttergefühle kennen und in tiefe Depression fallen.
  • Zunächst spürt man die Kontaktstörung durch eine phosphorähnliche und drogenty-pische Erregtheit. Lachen, Kichern, Aktivität, Ruhelosigkeit und Neugier gehören dazu, ebenso wie eine Zerstreutheit und eine gewisse Trance. Dann wird die Dis-tanz deutlicher. Gereiztheit tritt auf, die Menschen ziehen sich zurück in ihre Isola-tion, was bis hin zu schwerer Depression führen kann.
  • Durch Chocolate können die Patienten sich wieder um sich selbst kümmern und wieder in Kontakt kommen – mit sich selbst und ihrer Umwelt.
  • Sankaran schreibt Chocolate einerseits dem akuten Miasma zu, weil in der Prüfung Symptome und Träume auftraten, die eine akute Bedrohung oder Panikgefühle beinhalteten, z. B. einer Sintflut oder einer Erdrosselung zu entkommen oder von Mördern und Angreifern oder auch Panik vor dem Alleinsein und deshalb immer mit Menschen zusammen sein zu müssen. Andererseits gehört das Heilmittel zum sykotischen Miasma, weil der Patient sich isoliert und sich vor der Liebe versteckt.

Bezugsquellen