syn. Natrium chloratum, Kochsalz, Natriumchlorid, NaCl
verwendeter Teil:
Kategorie: Minerale
Naturreich: Mineralreich
Ordnung:
Gattung:
Familie: –
Gruppe (Scholten): Muriaticumgruppe
Periodensystem (Scholten):
Polychrest: +++
Miasma: –
THEMEN
- Mutter ist nicht anwesend
- Alleinsein auf dieser Welt; verlassen von aller Versorgung
Empfindung / Reaktion
- Affektisolierung (Verdrängung der durch ein Ereignis ausgelösten Gefühle, manchmal auch Verdrängung der Erinnerung an das auslösende Ereignis selbst)
- Wenn man ihn zu trösten versucht, wird er wütend.
Polarität
- –
Wahnideen / Glaubenssätze
- „Mir hilft sowieso keiner.“
- glaubt, keine gute Mutter sein zu können
CHARAKTERISTIKA
- Menschen, die eine sehr empfindsame u. empfindliche Seele haben und diese durch Unnahbarkeit und ein abweisendes Wesen zu schützen.
- zurückhaltenden, melancholischen, nachtragenden Personen, die häufig zu Reizbarkeit neigen und Trost kaum ertragen können
- Melancholie, die sich in Weinerlichkeit und Reizbarkeit äußert. Der Patient erträgt keinen Trost; er bevorzugt es, seinen Kummer mit sich allein auszumachen.
- Manche Patienten neigen dazu, unwillkürlich rhythmisch mit dem Kopf zu nicken.
Äußerer Aspekt
- blass
- abgemagert
- vor allem der Hals erscheint dünn und sehnig
- wirkt blutarm, zittert und klagt über Müdigkeit
- ausnehmend fettiges Hautbild mit sichtbarer Akne und zahlreichen Mitessern (Komedone)
- vor allem an den Haaransätzen und besonders behaarten Hautregionen treten Pickel und Pusteln auf
- Lippen sind oft deutlich geschwollen
- auf der Ober- oder der Unterlippe zeichnet sich ein deutlicher Schleimhautriss ab
typische Berufe
- –
CAUSA
- frühe Trennung von der Mutter
- Fehlen der Mutter; als Kind emotional sich selbst überlassen
- Häufung von Verlustsituationen u. Enttäuschungen
- Lang anhaltender schwere Kummer. Der Kummer äußert sich häufig als körperliches Symptom
Puncta debilitatis / Organbezug
- –
SYMPTOME
- Ablehnung von Trost u. Reizbarkeit bei Kummer
- Obstipation auf Reisen
- kann auf öffentlichen Toiletten kein Wasser lassen
- wässriger Durchfall, dauerhafte Verstopfung oder chronische Übelkeit
- Jede körperliche und geistige Betätigung strengt ihn über die Maßen an.
- Zu intensives Arbeiten verursacht ihm Augenleiden wie Lidrandentzündungen und Druckgefühle.
- trockene oder zu feuchte Schleimhäute, starker Reizhusten, Herzklopfen und heftige Niesanfälle am Morgen
- Morgens und beim Erwachen leidet der Patient unter Kreislaufschwäche und Druckgefühlen im Kopf.
- Die Symptome und Stimmungsschwankungen verändern sich mit dem Lauf der Sonne.
- Bei geistiger oder körperlicher Anstrengung verspürt der Patient ein Kältegefühl in der Herzgegend.
- Schmerzen jeder Art treten morgens zwischen 10 und 11 Uhr auf, verbessern sich durch Wärme, in frischer Luft oder durch kalte Waschungen.
Geist und Gemüt
- zurückgezogene Haltung; im Schneckenhaus
- nachtragend
- Empfindet Hass Personen gegenüber, die ihm in der Vergangenheit vermeintlich Unrecht getan haben. Seinen Hass trägt er aber nicht offen aus, sondern agiert in Bezug auf andere Menschen eher zurückhaltend. Seine Gedanken aber kreisen unaufhörlich um die frühere Schmach. Das Grübeln über irreale Rachepläne raubt ihm den Schlaf.
- Hin und wieder ergreift ihn der Jähzorn.
- Seine Gemütslage verschlimmert sich merklich durch Zuspruch, er neigt nicht dazu, anderen seinen Kummer mitzuteilen.
- Will sich jemand in seine Angelegenheiten einmischen, provoziert das einen Wutanfall, der dann in bitterliches Weinen übergeht.
- Grundsätzlich bricht der Patient häufig grundlos und heftig in Tränen aus.
- Die Gesellschaft anderer empfindet er allgemein als belastend.
- Dann wieder wirkt er heiter, fröhlich und sorglos gestimmt.
- Seine Artikulation ist undeutlich.
- Er ist nervös, lässt häufig Dinge fallen und stößt sich an Möbeln und Einrichtungsgegenständen.
- Hypochonder; er bildet sich ein, an einer schweren und unheilbaren Krankheit zu leiden, bis hin zum Lebensüberdruss.
- Auch andere Ängste, vor allem die Angst vor Dieben, plagen den Patienten.
- Er ist ständig besorgt und wirkt neurotisch.
- Hoffnungslosigkeit
Furcht
- –
Träume
- träumt von Dieben
Vegetativum
- Fieber meist vormittags zwischen 10 und 11 Uhr
- Beim Essen schwitzt er heftig; vor allem auf dem Gesicht bilden sich Schweißtropfen
Sensorium
- –
Schlaf
- träumt von Dieben
- neigt zum Schlafwandeln
Schmerzen
- –
- Migräne: Kopfschmerzen beginnen morgens, sind belgeitet von Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen, bessern sich beim Aufstehen, kehren aber bei heftiger Bewegung zurück. Die Schmerzen sind meist einseitig und treten nur selten am Hinterkopf auf. Bettruhe bessert die Migräne, abends wird sie erträglicher. Sie kehrt periodisch zurück, bei Frauen häufig in Verbindung mit der Monatsblutung.
Kopf
- starke Kopfschmerzen bei Föhnwetter
Gesicht
- –
Augen
- Zu intensives Arbeiten verursacht ihm Augenleiden wie Lidrandentzündungen und Druckgefühle.
- Muskelschwäche. Beim Lesen ist er manchmal nicht in der Lage, die Buchstaben scharf zu fixieren.
- Die Augen sind wässrig, aus dem Tränenkanal tritt ständig Schleim aus. Seine Tränen brennen auf der Haut. Während er lacht, hustet oder niest, tritt ihm Wasser in die Augen.
- Im Rahmen eines Migräneanfalls zucken seine Augenlider.
- Die Augen jucken, brennen und wirken entzündet.
- Beim Lesen und Schreiben vermindert sich seine Sehschärfe.
- verzögerte Akkommodation
Nase
- heftige Niesanfälle am Morgen
- Fließ- und Stockschnupfen wechseln sich ständig ab.
- ständig laufende Nase
- Manche Patienten verlieren darüber den Geruchssinn.
- In der Nase finden sich kleine, schmerzhafte Geschwüre.
- Nasenbluten tritt häufig und grundlos auf, vor allem nachts oder beim Husten.
Ohren
- Ohrengeräusche (er nimmt ein Sausen, Brummen oder Singen wahr)
- Gähnt er, vernimmt er ein Knacken im Gehörgang. Auch beim Kauen tritt dieses Knacken gehäuft auf.
Mund / Zähne
- Die Zunge ist von gutartigen Entzündungen überzogen (Landkartenzunge).
- Auf der Ober- oder Unterlippe ist ein deutlicher Schleimhautriss erkennbar. Der Riss schmerzt und will sich nicht schließen.
- Die Lippen sind trocken und rissig, teilweise zeichnet sich ein herpesartiger Ausschlag darauf ab.
- Die Zähne sind kälteempfindlich. Zahnschmerzen sind mit erhöhtem Speichelfluss verbunden.
Rachen / Hals
- –
Lunge / Atmung
- starker Reizhusten
Herz
- –
Haut
- Haut in schwierigen Zeiten gräulich, trocken, wie welk
- In den Gliederbeugen, an behaarten Stellen, am Haaransatz und hinter den Ohren bilden sich Ausschläge.
- Die Schleimhäute sind trocken oder besonders feucht.
- Das Schleimhautsekret ist wässrig und beißend.
Bewegungsapparat
- Rücken schmerzt, sodass er die ausgestreckt liegende Position dem Sitzen oder Stehen vorzieht.
Extremitäten
- –
Bauch / Magen
- –
Darm / Stuhl / Verdauung
- Durchfall, wässrig und mit Blähungen und Schmerzen in der Nabelgegend verbunden. Die Entleerung erfolgt meist morgens.
- Verstopfung, Stühle hart, trocken und bröckelig. Er entleert sich häufig, aber in geringen Mengen. Die Entleerung ist schmerzhaft und von einem ziehenden Gefühl im After begleitet.
- Obstipation auf Reisen
Harn / Niere
- kann auf öffentlichen Toiletten kein Wasser lassen
Gyn
- Amenorrhoe (die Abmagerung führt bei Frauen hin und wieder zum Ausbleiben der Periode)
- Bei Frauen ist der Schambein-Steißbein-Muskel (Musculus pubococcygeus) geschwächt, sodass ihre Gebärmutter absinkt und sie unter Harninkontinenz leiden.
- Monatsblutung wässrig, setzt zu früh ein oder bleibt aus. Die Monatsblutung ist mit Kopfschmerzen und Niedergeschlagenheit verbunden. Kurz nach der Monatsblutung leidet die Patientin unter dickflüssigem Ausfluss oder vaginaler Trockenheit.
Andro
- –
Sonstiges
- –
Abscheu gegen
- Abneigung gegen Brot und fettige Speisen
Verlangen nach
- verspürt ständig heftigen Durst und verlangt nach großen Mengen Wasser
- große Lust auf salzige Speisen aller Art
- Verlangen, heimlich (verstohlen) etwas zu naschen, ohne daß andere es bemerken („Kleptomanie, stiehlt Naschwerk“)
Farbvorliebe
MODALITÄTEN
< schlechter…
- Alle Symptome verschlimmern sich merklich durch Trost und Zuspruch.
- Eine Verschlechterung des Zustandes tritt periodisch ein, vor allem nach der Menstruation
- bei Hitze, im Sommer
- bei anhaltender Feuchtigkeit
- durch Anstrengung der Augen, beim Lesen, Schreiben
- durch Brot, saure und fettige Speisen
- nach dem Koitus
- durch laute Geräusche und Musik
- durch Berührungen
- bei Vollmond
> besser…
- morgens
- im Freien
- bei kalten Bädern
- beim Schwitzen
- durch Ruhe und das Auslassen von Mahlzeiten
- durch enge Kleidung
- tiefes Einatmen
- durch Reibung
- im Liegen
- durch langes Reden.
Rubriken
- –
Indikationen
- Brutkastenkinder
- unerfüllter Kinderwunsch
- Liebeskummer
- Neurodermitis, Psoriasis mit „harnsaurem Anteil“ (Ausscheidung von Harnsäure über die Haut statt über die Nieren mit konsekutiven Reizungen und Ekzemen.
- Hepatopathien
- Diabetes mellitus
- Borderline-Störung
- narzistische Störungen
- sykotisch-psorisches Miasma
- Krebsbehandlung
- Depression
- Migräne
- Schlafstörungen
- Rückenschmerzen
- Angstzustände
- Hoffnungslosigkeit
- Liebeskummer, Partnerkonflikt, Ende einer Beziehung
Bezugsquellen
–
Notizen
Überschrift
Zurückliegender Kummer hat den Patienten geschwächt. Er wirkt blutarm, zittert und klagt über Müdigkeit. Jede körperliche und geistige Betätigung strengt ihn über die Maßen an. Zu intensives Arbeiten verursacht ihm Augenleiden wie Lidrandentzündungen und Druckgefühle. Er leidet unter Muskelschwäche. Beim Lesen ist er manchmal nicht in der Lage, die Buchstaben scharf zu fixieren. Sein Rücken schmerzt, sodass er die ausgestreckt liegende Position dem Sitzen oder Stehen vorzieht. Bei Frauen ist der Schambein-Steißbein-Muskel (Musculus pubococcygeus) geschwächt, sodass ihre Gebärmutter absinkt und sie unter Harninkontinenz leiden.
Die Person, die Natrum muraticum benötigt, wird häufig innere Gefühle wie Ärger, Angst vor Unglück, Trauer, Kummer oder Zuneigung verbergen. Sie ist tendenziell verantwortungsbewusst, zurückhaltend, vorsichtig und sucht die Einsamkeit. Obwohl sie auch Mitgefühl sucht, kann sie wütend werden, wenn jemand versucht, sie zu trösten. Abscheu. Wunsch nach Einsamkeit.
Weitere Symptome sind Migräne, Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Angstzustände und Hoffnungslosigkeit.

